LINGUISTIK

 

Alphabetisch geordnete Listen, egal ob sich diese Wörterbuch, Lexikon, Enzyklopädie, Dictionnaire oder Thesaurus nennen, üben einen unwiderstehlichen Reiz auf diejenigen aus, die jede Form von Information am liebsten wohlgeordnet vorfinden. Anders sieht dies Juan José Millás, wenn er scheibt: „Allerdings verstand ich nicht so recht, wieso die Wirklichkeit sich nicht der alphabetischen Ordnung anpasste, wo doch das Konversationslexikon ein Organisationsmodell darstellte. Die Zwei kam zum Beispiel nach der Drei, obwohl das Z der letzte Buchstabe des Alphabets war. Außerdem frühstückten wir und aßen zu Mittag vor dem Abendessen, wenn der Tag bei einer alphabetischen Reihenfolge doch mit dem Abendessen hätte beginnen müssen. Dieser durchgängige Mangel an Übereinstimmung zwischen der Welt des Konversationslexikons und der Wirklichkeit beschäftigte mich während meiner ganzen Kindheit außerordentlich.“ Doch gerade darin liegt die Attraktivität für Liebhaber alphabetischer Ordnungen. Die Wirklichkeit ist zu komplex, als dass sie sich von selbst strukturiert präsentiert. Diese traditionell gewachsene Reihenfolge hilft, den Überblick zu behalten und dort das Chaotische zu besiegen, wo es allgegenwärtig ist: in der Welt, in der wie leben.

 

 Wörterbuch für das Eggental

 

 Projekt: Vintschger Wörterbuch

 

 „Rai und Ribisl – Zur Genealogie der Identität“

 

 Auswahl mehr oder weniger ausgefallener Wörterbücher und Lexika

 

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