PROJEKTE
„Menschen, die nicht auf ihre Vorfahren zurückblicken, werden auch nicht
an die Nachwelt denken.“ Das Zitat von Edmund Burke (1729–1797) ist nur ein
Grund dafür, dass ich mich mit Ahnenforschung beschäftige. Wenn man einmal vom
Virus des Wissen-Wollens, woher man stammt und warum man vielleicht so ist, wie
man ist, infiziert ist, dann wird man ihn nicht mehr so schnell loswerden
(wollen). Genealogie ist für mich der detektivische Versuch, von einem Menschen
ausgehend eine historische Realität zu rekonstruieren. Diese Wirklichkeit hat
es gegeben (wie auch immer man sonst zur Frage steht, was Wirklichkeit ist und
ob sie überhaupt erkennbar ist) und sie gilt es, Schritt für Schritt, Dokument
für Dokument, Gen für Gen zu entschlüsseln.
Bei diesem Projekt „in progress“ handelt es sich um personalisierte Schulbücher für die Fächer Philosophie („Delphi“) und Geschichte („Kleio“), Skripten, die genau auf Land, Lehrplan (Rahmenrichtlinien), Schule, Lehrer und Schüler abgestimmt sind und konstant weiterentwickelt werden.
Die Vorteile des allen
zugänglichen Digitaldrucks sind für den Schreibenden nicht hoch genug zu
schätzen. Während kommerzielle wie auch nicht-kommerzielle (gibt es die?)
Verlage stets darauf bedacht sind, ihre Veröffentlichungen an einen zumindest
potentiellen Markt zu orientieren, bieten sich hier genügend Möglichkeiten, all
diese Gesetze und Vorgaben zu umgehen. Keine Mindestauflage (oder fast keine
Mindestauflage: zumindest ein (!) Exemplar sollte man drucken lassen),
jederzeit aktualisierbare Versionen ohne zusätzlichen Kostenaufwand, schnelle
und professionelle Ausführung. Panaroma Algund: Bücher aller Geschmacksnoten!
Theater – vom
Altgriechischen „theasthai“ für „anschauen“ – ist die Bezeichnung für die
szenische Darstellung eines inneren und äußeren Geschehens als künstlerische
Kommunikation zwischen darstellenden Akteuren auf der einen Seite und dem
reagierenden Publikum auf der anderen. Theater ist ebenso als
gesellschaftskritische und politische Institution zu verstehen, die – durch die
Abbildung des Lebens der Menschen und der Gesellschaft – auf spielerische Art
den Zuschauer zur Reflexion auffordert.
Für Arthur Schopenhauer
nimmt die Musik den höchsten Rang unter den Künsten ein. Sie ist nicht nur
Abbild der Ideen – wie die anderen Künste, zum Beispiel die bildende Kunst oder
die Poesie –, nein, sie ist vielmehr das Abbild des Willens selbst. Die Musik
wendet sich auch nicht der gegenständlichen, anschaubaren Welt zu, sie befasst
sich mit dem sich außerhalb von Zeit und Raum befindenden Willen. Sie schafft
es somit, die Quintessenz des Lebens auszudrücken, die reinen Gefühle, und
verkündet die ewig sich erneuernde Entzweiung und Versöhnung des Willens.
Soweit die Philosophie. Ein solches sich stets wiederholendes Element, ein
Kreislauf, findet sich auch in der elektronischen Musik seit Beginn der 80er
Jahre des 20. Jahrhunderts und nennt sich Loop.
Im Unterschied zur
Komposition von Texten, die darauf aufbaut, Buchstaben (und Zahlen) als Grundelemente,
sozusagen als literarische Atome, in einer Weise zu verknüpfen, dass daraus ein
einheitliches und neues Ganzes entsteht, um einen Inhalt zu transportieren, ist
das Medium „Film“ die vielleicht komplexeste und anspruchsvollste Möglichkeit, einen
Gedanken auszudrücken. Das Zusammenspielen optischer, akustischer und verbaler
Elemente muss genau abgestimmt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
Jede Ebene kann auf ihre Weise zur Botschaft beitragen, sie kann aber auch
eigenständig, vielleicht versteckt, eine Geschichte erzählen oder als Gegensatz
zum Offensichtlichen fungieren. Ob eine Minute oder eine Stunde - letzten Endes
zählt die Aussage.
omegaminus blog ist die
Online-Variante des gleichnamigen Underground-Magazins, das seit 2004
erscheint; Underground, weil die Verbreitung - abseits gewohnter kommerzieller
Wege - auf eine Mund-Propaganda vertraut und Magazin, weil Interessierte
darin Literarisches im weitesten Sinne des Begriffes ebenso finden wie
Informatives, Bildendes und Erstaunliches. Das magazin fuer strangeness,
so der ursprüngliche Untertitel, soll all jenen Menschen als
Sprachrohr dienen, die abseits von breitenwirksamen Themen und belanglosen
Texten ihre Gedanken und Interessen, in welcher Form auch immer, mit einem
kleinen, wahrscheinlich sogar kleinsten Publikum teilen möchten. Damit steht omegaminus
in der Tradition von Lewis Carrolls „Misch Masch“ und „Pfarrhausmagazin“. omegaminus
ist Dada für das 3. Jahrtausend.
Retrakon ist ein raumzeitkritischer Blog, der sich in Meldungen, Kommentaren,
Glossen, Rezensionen und Zitaten mit den gesellschaftlichen und technischen
Herausforderungen des 21. Jahrhunderts beschäftigt. Bisher vergebene Tags:
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WolframAlpha, Zensur. Parallal zum Retrakon Blog gibt es Retrakon @ Twitter:
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