ausstellungen
textil
körpernah

Um eine Möglichkeit der Wertfindung darzustellen, wählten wir in einem Semesterprogramm der Textilklasse an der Universität Mozarteum Arbeiten von zeitgenössischen österreichischen Künstlern aus. Jede/r Student/n verwendete nach eigener Vorliebe eines der Werke aus der Salzburger Galerie Rupertinum als Grundlage zur Farb- und Inhaltsgebung eines Kleidungsstücks, das personenbezogen entworfen und gearbeitet wurde. Bei der textilen Auseinandersetzung mit dem Gemälde ging es nicht um ein Reproduzieren und Nachahmen bereits geschaffener Inhalte. Vielmehr sollte eine bestimmte Idee in einem anderen Medium aufgegriffen und nach eigenen Empfindungen materialgerecht weitergesponnen werden. Die gestalterischen Probleme, die sich durch die verschiedenen Ansatzpunkte innerhalb des gewählten Bildes ergaben, stellten sich als sehr anregend für die zu treffenden Entscheidungen dar. Sie waren Grundlage für die Symbiose von der Dokumentation der Bildaussage durch Form- und Farbgebung und der Widerspiegelung der eigenen Persönlichkeit. So entstand etwas Eigenständiges, das im Gegensatz zum Bild tragbar, greifbar und umhüllend ist. Durch die dem Menschen so nahe Kleidung kann der Bildgedanke auf eine neue, intimere Weise erfahren werden. Die Einheit in Form und Idee schafft ein neues Bildverständnis aus dem Zusammenhang zwischen der Arbeit des Künstlers und dem kreativen Potential des Textilers.
Berchtoldvilla
Salzburg 1998
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |