Historisch-genealogisches Glossar
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A. Anna
Äalstock zwei bis drei Meter langer, ausgehöhlter Baumstamm, der zum Wassersammeln
in den Boden versenkt wird
abgekommen
nicht mehr existent (Hof)
Ableiben Sterben
Abserbung
→
Marasmus, Tuberkulose
Abraitung Abrechnung
Abzehrung
(Abzöhrung) →
Marasmus, Tuberkulose
Ackerstuaf
unterer, vertiefter Rand bei Äckern (in
Hängen)
aedituus Mesner
aetatis im Alter von
affinitas Schwägerschaft,
Verschwägerung (Verwandtschaft durch Heirat)
Afterzins Nachzins, Entgelt für
Weiterpacht oder -miete
Agnat Blutsverwandter im
Mannesstamm
Agnatenlinie direkte männliche
Blutslinie im Stammbaum
agricola Landwirt
Ähn → Ehn
Ahnennachbenennung
Benennung und Taufe eines Kindes nach den
eigenen Vorfahren (z.B. Vater/Mutter, Großvater/Großmutter, ...)
Ahnenprobe Abstammungsnachweis
Ahnentafel Abstammungsübersicht aller
Eltern- und Vorelternpaare eines Probanden
Aichtl kleine → Aucht
Aiden → Eidam
aindlif elf
Allmende Gemeindebesitz,
Gemeindeland
ambo beide
a me von mir
Ampel Lampe
Amplatz Verbindung aus Tierhäuten zwischen Joch und Deichsel
ancilla Magd
anderer zweiter
Anerbe alleiniger Erbe des ungeteiltes Gutes; Begriff
aus der Rechtssprache, der in Tirol nicht volkstümlich ist
angeblich wie angegeben bzw.
mitgeteilt
Ånnawånt Ackergrenze, Ackerrand, Teil zwichen zwei Äckern
anno im Jahr
Anweiser Rechtsvertreter einer
Frau (z.B. als Witwe)
Anzschait
beidseitig mit Eisen beschlagenes Holz
Ap. Apostel
apoplexia
Schlaganfall
Arl einfacher, kleiner Pflug
Aucht gemeinsamer Wies- und
Weideplatz (← ahd. uhta „Morgendämmerung“ ← got. uutwo; so wird
Aucht als Weideplatz erklärt, auf dem das Vieh in der Nacht gehalten wurde)
Aufgebot öffentliche
Bekanntmachung einer beabsichtigten Eheschließung (i. d. R. an drei Sonntagen
vor der Hochzeit)
Aussteckung Abmessen und Abtrennen
eines Grundstückes
Auszehrung → Marasmus, Tuberkulose
Ballenträger
Lastenträger
Balser Balthasar
baptizatus/-a
getauft
Bartlmastag
24. August (Feiertag des
Hl. Bartholomäus)
Base,
Basl 1. Cousine – 2. Tante – 3.
weibliche Verwandte
Baumann Bauer, der im Besitz
von Grund und Boden ist, dessen Eigentum jedoch der Grundherrschaft zusteht
Baurecht Recht, nach dem ein
Baumann einen von der Grundherrschaft verliehenen Grund bewirtschaftet
Behuf beabsichtigtes
Ergebnis, Nutzen, Zweck
beidbändig von beiden Eltern
abstammend (z.B. bei Vollgeschwistern)
bemelt genannt, erwähnt
Benefiziat Geistlicher, der
seinen Unterhalt vom Ertrag einer Pfründe (z. B. Schenkung) erhielt, und in der
Regel ein vom Pfarrhaus unabhängiges Wohnhaus (Benefiziatenhaus) bewohnte
beriert betroffen, genannt
Beschwerden Abgaben, Pflichten
Bestandsmann (Bestandner) Pächter
Bettfetzer
Bewohner von Karneid
Blasonierung fachsprachliche Beschreibung
eines Wappens
Blattern Pocken
blauer
Husten Keuchhusten
Blutfluss,
Blutlauf Ruhr
Blutsverwandtschaft Gemeinschaft, deren
einzelne Personen entweder voneinander oder gemeinsam von demselben Erzeuger
abstammen
Bohrer Bewohner von Kastelruth
Brachmonat Juni ◊ Der alte
deutsche Monatsname für den Juni weist darauf hin, dass in der
Dreifelderwirtschaft des Mittelalters in diesem Monat die Bearbeitung der
Brache begann.
Brand Nekrose (Absterben von Gewebe)
Bräune Diphtherie
Brechruhr
Cholera
Brustwassersucht →
Wassersucht
Burgfrieden Bezirk um eine Burg
Cachexia → Marasmus
caupo Gastwirt
Cession Abtretung
Codex
iuris canonici (1917) Zählweise: germanische Zählung = kanonische Zählung;
Ehehindernis aufgrund Blutsverwandtschaft: bis 3. Grad
Codex
iuris canonici (1983) Zählweise: römische Zählung (weltliches Recht);
Ehehindernis aufgrund Blutsverwandtschaft: bis 4. Grad r. Z. (= 2. Grad g. Z.)
coelebs ledig
colonus Bauer (Grundpächter)
coniugatus/-a
verheiratet, verehelicht
coniugum Eheleute
coniunctus/-a
verheiratet, verehelicht
consanguinitas Blutsverwandtschaft
copulatus/-a
verheiratet, verehelicht
Corpus iuris
canonici (1215) Zählweise: germanische Zählung = kanonische Zählung (seit
11. Jh.); Ehehindernis aufgrund Blutsverwandtschaft: bis 4. Grad
Creditoren
Gläubiger
cum mit
curatus Kurat
Darre,
Darrsucht →
Marasmus
defunctus/-a
verstorben
denuntiatio
Aufgebot
D G dei gratia (von Gottes Gnaden)
dies Tag
Dirre → Darre
Dingstätte Ort einer
Gerichtsversammlung
Dirchlinge
Kell Kelle mit Löchern
Dispens Ausnahmebewilligung,
Erlaubnis (z.B. bei vorliegenden Heiratshindernissen wie Blutsverwandtschaft
oder Schwägerschaft)
dispensatus/-a dispensiert, von einem
Hindernis entbunden
Dissenterie
Ruhr
Dörre,
Dörrsucht
→ Darre
Dreiviertelgeschwister
Geschwister, die denselben Vater haben und
deren Mütter Schwestern sind
Durchlauf
Ruhr
Dürre → Darre
ecclesia Kirche ◊ ecclesia parochalis „Pfarrkirche“
Effetten Besitzungen
Ehekonsortin → Ehewirtin
Ehevogt Ehemann
Ehewirtin Ehefrau
Ehn Großvater
Eidam Schwiegersohn
Einantwortung
Rechtsakt bei Übertragung
des Nachlasses
einbändig von einem Elternteil
abstammend (bei Halbgeschwistern)
eius sein
englische
Krankheit Rachitis
Entartung
Krebs
eodem
(die) am gleichen Tag
eorum ihre
Erschbaum
Weideplatz in der Nähe des
Hauses (← ahd. espan compascuum ager = gemeinsame Weide)
Estrich Dachboden
et aliis und andere
ex aus
Expositus Pfarrer, dem ein
bestimmter Teil einer Pfarrei untersteht
extrema
unctio letzte
Ölung, Krankensalbung
faber Handwerker
faber
ferrarius Schmied
faber
lignarius Zimmermann,
Holzarbeiter
falchet hell, gelblich
fallende
Krankheit →
Fallsucht
fallende
Sucht → Fallsucht
Fallsucht
Epilepsie
Fallübel → Fallsucht
Fassion Steuererklärung
Faulfieber
Typhus
Faulwassersucht
→ Faulfieber
febris Fieber
Feger Bewohner von Petersberg
Ferch Schlaganfall
filius/-a
Sohn, Tochter
Fleckfieber
Typhus
Flussfieber
Schleimhautentzündung
fol.
folio (auf Blatt)
Folium Blatt in einem Kodex, d. h. eines Blocks gefalteter
oder gehefteter (Pergament-)Blätter ◊ Bis ins 16. Jahrhundert hinein war
es üblich, in Büchern nicht die Seiten, sondern die Blätter zu zählen und mit
Blattziffern zu nummerieren. Diese Art der Bezifferung wird – im Unterschied
zur Paginierung bei Seitenzählung – Foliierung genannt.
fressende
Krankheit Krebs
Frigelewåmpen
Bewohner von Steinegg
Fruchtfolge zeitliche Abfolge der
Nutzung der Ackerfläche
Fruindschaft Verwandtschaft
Fuder Wagenladung
fundus
instructus Wirtschaftswägen, Geräte, Werkzeuge ...
Futter
(Fueter) Hafer
-g -us
Gaden Schlafzimmer
Gallenbrechruhr
→ Gallenruhr
Gallenruhr
→ Cholera
Gallfieber
Typhus
Galtvieh Kühe vor dem ersten Kalben, Jungrinder
Gangrän → Brand
gegen
Abend in
Richtung Westen
gegen
Mittag in
Richtung Süden
gegen
Mitternacht in
Richtung Norden
gegen
Morgen in
Richtung Osten
Gehirnschlagfluss
Schlaganfall
gemelli/-ae
Zwillinge
Gerhab Vormund,
Rechtsvertreter von Gericht
Georgi 23. April (Feiertag
des Hl. Georg)
Gericht Gerichtsbezirk
Gertraudi
17. März (Feiertag der Hl.
Gertraud)
Gewalthaber Bevollmächtigter
Gewanne Feldstücke aus
parallel verlaufenden, streifenförmigen Parzellen
gewester früherer
Gicht,
Gichter → Vergicht
gloggspeisen
aus Bronze bestehend
Graber Flächenmaß (577,3 m²
bzw. 539,5 m²)
gradus Verwandschaftsgrad
Gråggln Bewohner von Girlan
Gregori 12. März (Feiertag des Hl. Gregor)
Griës die beiden Seiten und der obere Rand des Ackers; →
Ackerstuaf
Grimmen Koliken
Gruemet zweiter Schnitt beim Gras (← mhd. gruonmat =
Gras, das grün gemäht wird ← ahd. gruoen =
wachsen)
Grundentlastung
1848 Aufhebung der Grundherrschaften in Tirol ◊ Dieses Rechtsverhältnis blieb hier
wie überall bis zur allgemeinen Grundentlastung, die in ganz Österreich im
Jahre 1849 erfolgte, bestehen. Neben dieser grundherrlichen Abhängigkeit waren
alle Bauern Untertanen der Tiroler Landesfürsten und mussten diesen jährlich
die Landessteuer und bei feindlichen Angriffen den Dienst in der Landwehr
leisten.
Grundherr Grundeigentümer, der
einen Hof gegen Abgaben an einen Bauern zur Bewirtschaftung übergibt und
Herrschaft darüber ausübt
Gulden (fl) Währung und
Rechnungseinheit zu 60 Kreuzern (ab 1857 zu 100 Kreuzern) ◊ Der Gulden
(„Fiorino d’oro“) war eine ab 1252 in Florenz geprägte Goldmünze. Er zeigte auf
der Vorderseite Johannes den Täufer, Heiliger und Schutzpatron der Stadt
Florenz, und auf der Rückseite die Lilie, das Florentiner Wappen. Die Münze wog
3,54 g und bestand aus fast reinem Gold.
Halbscheide
Hälfte
Halsbräune
Diphtherie
Halsgichter
→ Halsbräune
Handschlag Verlobung
Handzeichen
Zeichen, meist in Form
eines Kreuzes, das bei Schreibunkundigen an die Stelle der Unterschrift tritt
harben aus feinen Leinen
Heiligblutstag Fronleichnam (←
Hochfest des Leibes und Blutes Christi)
Heiligennachbenennung
Benennung und Taufe eines
Kindes nach einem Heiligen, z.B. dem Tagesheiligen
Heiratsabred → Heiratstäding
Heiratstäding (Heiratstaiding)
Eheversprechen mit Vertrag, Verlobung
Helena auch: Magdalena
Herzwassersucht
→
Wassersucht
Hessen Bewohner von Deutschnofen
hic hier
hilzern aus Holz
Hinfallendes Epilepsie
Hitze Fieber
hitzige
Krankheit, hitziges Fieber Typhus
hodie heute
honestus/-a ehrlich, ehrsam
hora Stunde
Hornung Februar
hospes Wirt
huius
loci hiesig
Hund
(Hundschinter) Bewohner
von Tiers
ibidem ebenda
idem das Gleiche
ignotus/-a
unbekannt
illegitimus/-a
unehelich
impedimentum
(Ehe-)Hindernis
Implex Ahnenschwund
impudica unehrenhaft (z. B. bei Schwangerschaft vor Hochzeit)
incola Einwohner
Indian Pute, Truthahn
infans Kind
innerlicher
Jammer Koliken
in partu während der Geburt
in
periculo mortis in Todesgefahr
Inslet Talg, Unschlitt (← mhd. inslet = tierisches
Eingeweidefett ← ahd. ingislahti = inneres Schlachtwerk)
Inwohner Bewohner ohne
Bürgerrecht
irchen aus
gegerbtem Leder
Jakobi 25. Juli (Feiertag des Hl. Jakob)
Jauch Flächenmaß (1.803 m²)
Jenewein (Vorname) Ingenuin
juvenis Junggeselle
◊ honestus juvenis „ehrlicher Junggeselle“
kalte
Lunge Schleimhautentzündung
kalter
Brand →
Brand
kalter
Magen Schleimhautentzündung
Karbonade
faschiertes Laibchen
Kirchpropst Kirchenrat, der sich
um die finanziellen Angelegenheiten kümmert
Kirchspiel Pfarrbezirk,
Seelsorgebezirk, Verwaltungssprengel einer Pfarre
Klafter 1. Längenmaß (1,89 m bzw. 2,69 m) – 2. Flächenmaß
(7,216 m², ab 1768 3,597 m²)
Kleinhäusler
Person bzw. Familie mit
kleinem Besitz [manchmal abwertend]
Kliaber Bewohner von Völs
Kloaznstingel Bewohner von Steinegg
Klumper Tuberkulose
Kohlsackler
Bewohner von Gummer
Kommunikant
Gottesdienstbesucher, der
die Kommunion empfängt
Kopfgicht
Epilepsie
Kopialbuch
Buch, das die Texte von
Urkunden des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Abschriften enthält. ◊
Kopialbücher wurden in der Regel vom Urkunden-Empfänger angefertigt, um eine
Beschädigung der wertvollen Originale, z.B. durch häufige Benutzung, zu
vermeiden. Da nur rechtlich relevante Teile aufgenommen wurden (ähnlich den
Regesten), erleichterten diese die Verwaltungsarbeit. Für die Forschung sind
sie besonders interessant, weil sie oft als Ersatz für verlorengegangene
Original dienen können.
Korn gängige Bezeichnung für Roggen
Krautgarten eingefriedetes Stück
Land für Gemüse und dessen Setzlinge
Kranewitt
Wacholderbeeren
Krautknödel Bewohner von Eggen
Kraxe auf dem Rücken getragenes Transportgerät
Krebes Krebs
Kreuzer (kr, x) Tiroler
Handelsmünze im Wert von 4 Pfennigen; → Gulden
Krucken Bewohner von Aldein
Kuchlsteuer (Natural-)Steuer für
die Küche des (landesfürstlichen) Grundherrn
Kurat Hilfspriester mit
eigenem Seelsorgebezirk
Kuratie Gemeinschaft von
Gläubigen, die „wegen besonderer Umstände noch nicht als Pfarrei errichtet ist“ (Can. 516 §1)
Kurator Vormund
Lab, Labe
Vorraum, Gang
Lähmfluss
Schlaganfall
Lahn Mure
lanius Metzger
Lapnus Laubholz, Weideland
Lasurfarbe
(Heraldik) Blau
Laudemium Abgabe an den Lehensherrn
bei Besitzveränderungen
Laurenzi 10. August (Feiertag des Hl. Laurentius)
Leberverhärtung
Leberzirrhose
legitimatus
legitimiert ◊ per
matriomonium subsequens legitimatus „durch die nachfolgende Ehe seiner Eltern
legitimiertes (voreheliches Kind)“
legitimus/-a
ehelich
Lehenartikel
(m. L.) Zusatz bei einer
Wappenverleihung, meist mit Helmkrone und Spangenhelm, die dem Empfänger das
Recht der Lehensfähigkeit zusicherte ◊ Damit war dieser u. a. berechtigt,
auch solche Lehen zu tragen, die an die Ritterbürtigkeit gebunden waren. Diese
wiederum setzte in der Regel die Abstammung von vier adeligen Großeltern
voraus. Rechtlich gesehen war dies jedoch keine Erhebung in den Adelsstand
Leilach Leintuch
Leitkauf (Leikauf) Essen und
Trinken beim Abschluss eines Kaufes; später ein Draufgeld bei Vertragsabschluss
levans Zeuge, Pate („Herausheber“)
locatio
perpetua Dauerpacht
loco an Stelle von
Lörget dickflüssiges
Lärchenharz (← mhd. lerchin „von der Lärche stammend“)
Lungenschwindsucht,
Lungensucht Tuberkulose
Lungenwassersucht
→
Wassersucht
luteigen eigentümlich, d.h.
ohne Grundherrn und damit frei von der Leistung entsprechender Abgaben
M. Maria
Magdalena
auch: Helena
Magen
(Mogen) Mohn
Mannmahd (Flächenmaß)
Tagesleistung beim Mähen
Marasmus fortschreitender Verfall der körperlichen und
geistigen Kräfte (durch Alter, Krankheit oder Mangelernährung)
Mark (mk) 2 Gulden
Martini 11. November (Feiertag des Hl. Martin)
mater Mutter
Matrikel (Matrik) hier:
Kirchenbuch, in dem alle Taufen, Trauungen oder Sterbefälle in einer Pfarrei
bzw. einem Kirchspiel verzeichnet werden
matrimonium
Ehe
matrina Patin
Matthäus auch: Matthias, Matheis
Matthias auch: Matthäus, Matheis
Melkstotz
großer Eimer zum Melken
Melter Kübel
miles Soldat
Mitgift (mhd. mitegift „das Mitgegebene“) Vermögen in Form
von Gütern und Hausrat, die eine Braut mit in die Ehe bringt. ◊ Die
Mitgift ist eine kulturell festgelegte Form des Gabentausches anlässlich einer
Heirat. Sie wird vom Vater der Braut an den Vater des Bräutigams oder direkt an
das Ehepaar übergeben. Die Mitgift soll dem Ehepaar einen eigenen Haushalt
ermöglichen. Falls der Ehemann stirbt, dient sie seiner Witwe zur finanziellen
Absicherung.
Mistpenn großer geflochtener, ovaler Korb zum Transport von
Mist
Mitten Backtrog für Brotteig
modernus derzeitiger, aktueller
molitor Müller
morbus Krankheit
Morgen → Jauch; für Auen
und Wälder: 20.000 m²
mortus/-a
tot, verstorben
m.p.
manu propria; dient der Ergänzung einer namentlichen, aber nicht
handschriftlichen Unterzeichnung, und ist dem deutschen „e.h.“ (= eigenhändig)
gleichbedeutend
Muhme
Tante, weibliche Verwandte in der Seitenlinie
munitus/-a
versehen ◊ omnibus sacramentis munitus „mit
allen Sakramenten versehen“
mutterbändig
mit gemeinsamer Mutter (bei Halbgeschwistern)
naturalis
unehelich
natus/-a geboren ◊ pridie natus „am Vortag
geboren“
Nervenschlag,
Nervenschlagfluss Schlaganfall
nihil nichts
nunc nun,
jetzt, derzeitig
obiit starb ◊ obiit repentina morte et improvise
„sie starb eines plötzlichen Todes und unvorbereitet“ (d. h. ohne
Sterbesakramente)
obbemelt obengenannt
obstetrix Hebamme
olim früherer
operarius
Arbeiter
Osterkommunikant
Gottesdienstbesucher, der
an Ostern die Kommunion empfängt
Östrich → Estrich
paranymphus
Brautführer
parochia Pfarrei
pater Vater
patrinus/-a
Pate, Patin
Paumann → Baumann
Paurecht → Baurecht
Petschaft (n.) Stempel aus einem
harten Material, der geeignet ist, ein Siegel in die Siegelmasse einzudrücken
petschieren siegeln
Pfleger von den Gerichtsherren
ernannter Verwalter eines Gerichts
Pfründe 1. Einkommen aus einem
Kirchenamt – 2. Platz im
Spital
Pfründner Insasse eines Spitals
oder Armenhauses
Pfund
Berner (lb)
12 Kreuzer
piae
memoriae frommen Andenkens (= verstorben)
piscator Fischer
pistor Bäcker
Plissenrutscher
Bewohner von Gummer
p. m. → piae memoriae
possidiert
besitzt
praesentibus
in Gegenwart von
Prechl Flachsbreche
prius vorher
Protzen für verschiedene Arbeiten verwendeter Vorderteil
eines Leiterwagens; z. B. zum Anhängen einer Grieg
prout pro
eo ut (je nachdem)
p. t. 1. pro tempore – 2. pleni titulo (vor der Nennung
einer Gruppe von Personen wird damit signalisiert, dass alle Titel der damit
adressierten Personen mitgemeint sind)
pudica sittsam,
jungfräulich
puella Mädchen
puer Junge, Knabe
Puerperalfieber Kindbettfieber
Püttrich tragbares Fass
Quadratklafter →
Klafter
Raggaun Hackmesser, Rebmesser
Rahmmelter Behälter zum Aufbewahren des Rahms
Raitbuch Rechnungsbuch
Raitung Rechnung
Ratsch Vorrichtung, mit der man am Karfreitag (anstelle der
Glocken) ein Geräusch erzeugt
R. D. →
Reverendus Dominus
re. →
reverender
Realteilung
romanische Tradition, Güter
unter den Erben aufzuteilen
recto Vorderseite eines Blattes
Regest Zusammenfassung des
rechtsrelevanten Inhalts von Urkunden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit
reichen darbringen, abgeben,
bezahlen
Reiter Sieb zum Reinigen des Getreides
relictus/-a
zurückgelassen
repente plötzlich
resolvieren
entscheiden, festsetzen,
beschließen, öffentlich machen und erklären
rev. →
reverender
reverender mit Verlaub zu sagen
(abgekürzt: re., rev.)
Reverendus
Dominus Ehrwürdiger Herr
Revers (n., m.) schriftliche
Zusage, Verpflichtung; Gegenschein zu einer Urkunde
Rheinischer
Gulden →
Gulden
Richtsal Übergabevertrag;
Besitzübergabe zu Lebzeiten
Rindlmaßl
Gerät, das zur Bearbeitung von Baumstämmen ver-wendet wird (z.B. Dachrinnen)
R. I. P. requiescat in pace (er/sie ruhe in Frieden)
Rod Viertel
rupfen aus grobem Leinen
rusticus Bauer
salva
venia →
reverender
salvo
honore →
reverender
Salzstübele
Salzbehälter
sartor Schneider
Schlagfluss,
Schlagsucht Schlaganfall
schlechte
Krankheit Krebs
Schnur Schwiegertochter
Schwinde,
Schwindsucht →
Marasmus, Tuberkulose
sclopetum
Gewehr, Flinte
scriba Schreiber
sel. →
selig
selig verstorben
senex alter Mann, Greis
sepultus/-a
begraben
Serbe → Abserbung
Servitut, Servitutsrecht Dienstbarkeit
(z. B. eine Grundstücksbelastung)
sine ohne
Sitzgeld Jahresgebühr eines → Inwohners an die Gemeinde
Solder Balkon
Söllhaus einfache Behausung
solutus/-a
ledig, unverheiratet
soror Schwester
Spankalb junges, noch säugendes Kalb
Spickel (auch Zwickel) Wappenfigur der Heraldik, die das
Dreieck als Bild verwendet
sponsi Brautleute
sponsus/-a
Bräutigam, Braut
Star Hohlmaß (31,7 l, auch
29,8 l)
Star
Samen Ackermaß
(721 m²)
Steckfluss,
Stickfluss →
Wassersucht
Stibich Volumenmaß bzw. Behälter
Stickfrais
Keuchhusten
Stickhusten
→ Stickfrais
Stollen (Erbstollen)
Gruppen von Personen, die erbt
Stotz rundes Holzgefäß
Strutzer (Gelegenheits-)Metzger, der zu Bauern ging, um ihnen
beim Schlachten zu helfen
sub
conditione unter der
Bedingung, unter Vorbehalt ◊ In der römisch-katholischen Kirche
kennzeichnet es die bedingungsweise Spendung eines Sakraments, vorwiegend eines
solchen, das einen character indelebilis einprägt (Taufe, Firmung und
Weihesakrament), sofern nicht mit hinreichender Sicherheit feststeht, ob eine
vorherige Spendung dieses Sakramentes gültig erfolgte. Vermerkt wird es bei
Früh- bzw. Fehlgeburten, wenn es fraglich ist, ob der Täufling lebt; bei
vermutetem Intentionsmangel des Taufspenders oder Täuflings; bei vermutetem
Intentionsmangel oder mangelnder Spendefähigkeit des Spenders der Firmung, bei
Intentionsmangel des Firmlings.
Sucht Krankheit
Supplikation
Bitte, Bittschrift
sutor Schuster
Schlänggltag
Tag, an dem Dienstleute
ihren Dienst aufgenommen haben (meist 2. Februar)
Schmirber
Bewohner von Lajen
Schuffener
Bewohner von Welschnofen
Schwäher Schwiegervater
Tabes → Marasmus
Täding (Taiding) gerichtliche
Tagsatzung, Schiedsgericht
Tafern Wirtshaus (←
lat. taberna)
Tagfahrt Termin
(Rechtswissenschaft)
Tagmahd Flächenmaß (2.886 m²,
ab 1768 1.798,5 m²)
Tagwerk Arbeitsleistung eines Tages
Taler Großsilbermünze im
Wert eines Guldens
tenens Zeuge, Pate („Halter“)
Terminus
ante quem Zeitpunkt,
vor dem ein bestimmtes Ereignis stattgefunden haben muss
Terminus
post quem Zeitpunkt,
nach dem ein bestimmtes Ereignis stattgefunden haben muss
testes Zeugen
textor Weber
Trate Viehweide
Tschörgger
Bewohner von Ritten
Tschunggl
Strick zum Einspannen der
Ochsen
Tunget Mist
Udalricus
Ulrich
unctio Salbung
ungarische
Krankheit Ruhr
unvogtbar unmündig
Urbar Verzeichnis, in dem
grundherrschaftliche Rechte festgestellt und zu erbringende Leistungen und
Güter beschrieben werden
Urs. Ursula
ut supra wie oben
uxor Ehefrau
uxoratus/-a
verheiratet, verehelicht
Vadium Sicherstellung
venator Jäger
verer ferner, weiters
Vergicht 1. Krämpfe (bes. bei Kleinkindern) – 2. Epilepsie
Versehgang Krankensalbung (mit
Beichte und Kommunion)
verso Rückseite eines Blattes
Vetter männlicher Verwandter
in der Seitenlinie (Cousin, Onkel ...)
vide siehe
vidimieren
beglaubigen
viduus/-a
Witwer, Witwe ◊ vidua
relicta „hinterbliebene Witwe“
Viktualien
Lebensmittel [alte
Bezeichnung]
Viktualienhändler
(Berufsbezeichnung)
Lebensmittelhändler
vilicus Verwalter
virgo Jungfrau ◊ pudica virgo „sittsame Jungfrau“
vogtbar mündig
Vogteifutter Gerichtsabgabe (meist
in Hafer)
Vorbank Bank ohne Lehne
vulgo bekannt
als
Wärbl Barbara
Waschyhre
→ Yhre
Wassersucht
Ödembildung
weiland (weillende) verstorben
Weisat 1. Geschenk, das zu bestimmten Zeiten im Jahr zu reichen
war; diese Abgabe war zunächst personengebunden – der unfreie Bauer hatte an
vorgeschriebenen Festen seinem Leibherrn ein Geschenk zu überreichen – und ist
erst später auf das Gut übergegangen und so zu einer Reallast geworden – 2.
Wendung: „in Waiset gian“ (= die Mutter nach der Geburt eines Kindes besuchen)
(← mhd. wisot)
Weistümer historische
Rechtsquelle mit herrschaftlichen Rechtssetzungen
Wittib Witwe
Wittiber Witwer
Wun und
Weid (gängige
Formel für) Weideland mit entsprechendem Nutzungsrecht
Wüstung Siedlung, die
aufgegeben wurde und im Laufe der Zeit verödete ◊ In Urbaren treten sie
oft als leere, baufällige Häuser oder verwilderte Felder und aufgelassene Orte
auf, die in den Besitz der Nachbarn übergegangen sind oder von der
Grundherrschaft als Weideland verwendet wurden. Ursachen für Wüstungen, zum
Beispiel im 14. und 15. Jahrhundert, waren Hungersnöte, Epidemien wie die Pest
und andere Katastrophen. Urkunden, Ruinen, Flurnamen oder mündliche
Überlieferungen erinnern noch daran. Namen mit Suffixen wie -eder oder -edt
deuten auf eine Wüstung hin.
X Abkürzung für „Christ“ in Zusammensetzungen
Xbris →
10bris
Yhre 1. (Bozner Yhre) Hohlmaß
(77,81 l) – 2. großer
Bottich
Zapin Sapine, Säppi; spezielles Werkzeug, welches im Wald bei der Arbeit mit
Baumstämmen verwendet wird (← frz. sapin = Tanne)
Zehent Kirchensteuer, die in alten Zeiten vor Einbringung der Ernte im Herbst als
der zehnte Teil des Ernteertrages auf den Äckern von den Berechtigten selbst
eingesammelt wurde ◊ Nach dem älteren Kirchenrecht sollte der Zehent kirchlichen Zwecken
dienen, zum Bei-spiel für den Unterhalt der Geistlichen sorgen. Da die Kirchen
aber ihrerseits in den Händen geistlicher oder weltlicher
Grundherrn waren, gelangte auch der Zehent in deren Taschen. So wurde
er, als eine Art Anlageobjekt, verkauft, verpachtet, getauscht oder vererbt,
und damit von seinem ursprünglichen Zweck vollkommen entfremdet.
zehrendes
Fieber →
Marasmus
Zehrung Essen
Zügenglöckl Sterbeglöckchen
* 1. geboren (Person) –
2. erschlossen, rekonstruiert, nicht belegt (Wort)
*† bei Geburt gestorben
†* tot geboren
† gestorben
: . (Abkürzungspunkt)
|: öffnende Klammer
:| schließende Klammer
30. Garbe
dritter Teil des Zehents
7bris September
8bris Oktober
9bris November
10bris (Xbris) Dezember
Das
hier zusammengestellte Glossar bezieht sich terminologisch in besonderer Weise
auf das historische Tirol und die in diesem geographischen Bereich
ausgestellten Dokumente, Urkunden und Schriftstücke. Im Besonderen gilt dies
für Angaben zu Maß- und Währungseinheiten.
Quellen
(Auswahl)
§ ARENS, Franz: Das
Tiroler Volk in seinen Weistümern. Ein Beitrag zur deutschen Kulturgeschichte.
Gotha: Friedrich Andreas Perthes Aktiengesellschaft, 1904
§ AYMANS, Winfried;
FLATTEN, Heinrich; KAISER, Matthäus u.a.: Codex des Kanonischen Rechts.
Lateinisch-deutsche Ausgabe. Kevelaer: Verlag Butzon & Bercker, 1984
§ BEIMROHR, Wilfried: Alte
Flächenmaße in Tirol und Vorarlberg. Innsbruck: Tiroler Landesarchiv, 2002
§ FINSTERWALDER, Karl: Tiroler
Familiennamenkunde. Sprach- und Kulturgeschichte von Personen-, Familien- und
Hofnamen. Mit einem Namenlexikon. Schlern-Schriften 284. Innsbruck:
Universitätsverlag Wagner, 1994
§ GRIMM, Jacob; GRIMM,
Wilhelm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig:
Verlag S. Hirzel, 1854-1961
§ HABEL, Edwin; GRÖBEL,
Friedrich: Mittellateinisches Glossar. Paderborn: Verlag Ferdinand
Schöningh, 2008
§ KRÜNITZ, Johann Georg: Oekonomische
Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und
Landwirthschaft. 1773-1858. [http://www.kruenitz1.uni-trier.de]
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§ ROTTLEUTHNER, Wilhelm: Die
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§ WOPFNER, Hermann: Bergbauernbuch.
1. Band: Siedlungs- und Bevölkerungsgeschichte. Innsbruck:
Universitätsverlag Wagner, 1995
§ WOPFNER, Hermann: Bergbauernbuch.
2. Band: Bäuerliche Kultur und Gemeinwesen. Innsbruck: Universitätsverlag
Wagner, 1995
§ WOPFNER, Hermann: Bergbauernbuch.
3. Band: Wirtschaftliches Leben. Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 1997
Ergänzungen
und Hinweise: hier
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