Zensur im
Internet
Eine Argumentationsanalyse auf der Grundlage des
Naturrechts und der Menschenrechte
Verlag für Wissenschaft und
Forschung (Berlin). 204 Seiten. [ISBN 3-89700-063-6]
ÜBERBLICK ÜBER DEN INHALT
Das Ziel der
Arbeit ist es, zu klären, ob man eine Zensur im Internet mit Hilfe der
Menschenrechte rechtfertigen kann. Erreicht wird dies dadurch, dass einzelne
Argumente, die entweder für oder gegen eine Zensur im Internet vorgebracht
werden, aus philosophisch-ethischer Sicht untersucht werden. Die Arbeit besteht
im wesentlichen aus drei Teilen.
Im ersten
Teil (Kapitel 1 bis 6) wird das Thema vorbereitet. Am Anfang wird in die
Problematik eingeführt, anschließend werden die drei wichtigsten Begriffe im
Zusammenhang mit dem Thema (Zensur, Meinungsfreiheit, Internet) definiert.
Außerdem wird auf den Gegenstand einer möglichen Zensur eingegangen, d.h. es
werden all jene Inhalte untersucht, die - gemäß der behandelten Autoren - einer
Zensur unterworfen werden sollen. Dieses vierte Kapitel zeigt, dass man im wesentlichen dreizehn Inhalte und drei Verhaltensweisen
unterscheiden kann. Das darauf folgende Kapitel befasst sich mit Normcodices,
die es im Computerwesen bereits gibt. Hier wird unterschieden zwischen Regel-
und Normkatalogen, die sich auf Computer allgemein, auf Netzwerke und auf Teile
des Internet beziehen. Um die Argumentation ethisch relevant zu halten, müssen
einzelne, bei der Analyse verwendeten Prinzipien mit Hilfe eines ethischen
Systems überprüft bzw. begründet werden. Im vorliegenden Fall geschieht dies
durch das Naturrecht. Im sechsten Kapitel wird das Naturrecht vorgestellt.
Daran anschließend werden jene ethische Prinzipien,
die im vorhergehenden Kapitel genannt wurden, an Hand des Naturrechts diskutiert.
Als Ergebnis erhält man eine begrenzte Anzahl von ethischen Regeln und Normen,
die im zweiten Teil zur Anwendung kommen.
Der zweite
Teil (Kapitel 7 und 8) setzt sich mit den einzelnen Argumenten für und gegen
eine Zensur im Internet auseinander. Folgende Argumente werden genannt, um eine
Zensur zu befürworten: "Schutz der Minderjährigen", "Schutz der
Erwachsenen", "Schutz der Menschenwürde" und "Erhaltung der
Demokratie". Die Argumente, die gegen eine Zensur erwähnt werden, sind
folgende: "Recht auf Meinungsfreiheit", "Ethischer
Relativismus", "Fehlender pädagogischer Nutzen" und
"Erhaltung der Demokratie". Jedes dieser Argumente wird dargestellt
(inhaltlich und strukturiert) und mit Belegstellen dokumentiert. Anschließend
wird das Argument untersucht und kritisiert. Daran anknüpfend werden die
einzelnen konkreten Belegstellen einer Prüfung unterzogen. Abschließend werden
die Ausführungen zu jedem Argument zusammengefasst. Die Vorgangsweise ist
sowohl bei den Argumenten für, als auch bei jenen gegen eine Zensur dieselbe.
Jeweils am Ende dieser Kapitel finden sich weitere Argumente, die nicht näher
untersucht wurden, weil sie entweder Scheinargumente sind, Argumente
nicht-ethischer Natur oder einfach Beschimpfungen darstellen.
Der dritte
Teil (Kapitel 9 und 10) fasst die Ergebnisse der vorgegangenen Kapitel
zusammen, stellt diese tabellarisch dar und zieht daraus Schlüsse, damit die
Frage "Kann eine Zensur im Internet gerechtfertigt werden?" mit all
ihren Feinheiten beantwortet werden kann. Die Arbeit liefert folgende
Ergebnisse:
* Inhalte,
bei denen eine Zensur eindeutig nicht gerechtfertigt ist: Werbe-E-Mails,
diskriminierende Witze, schmutzige Sprache;
* Inhalte, bei denen eine eingeschränkte Zensur anzustreben
ist: legale Pornographie, Aufrufe zu moralisch problematischen Praktiken,
polemische Diskussionen über Sekten, Informationen zu Drogen und Aufrufe zum
Konsum, Pyramidenspiele, problematische Bücher;
* Inhalte, bei denen eine uneingeschränkte Zensur anzustreben
ist: illegale Pornographie, rechts- und linksradikales Material, Anleitungen
zum Bau von Massenvernichtungswaffen, jede Form von Gewaltdarstellung und
-verherrlichung.
Abschließend
werden noch offene Fragen aufgelistet und Bereiche angeschnitten, die in
Zukunft eine sehr große Rolle spielen werden, um aufzuzeigen, wie wichtig eine
umfassende Behandlung dieser Thematik ist.
Links: Verlag für Wissenschaft und Forschung
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